Mein neuer Blickwinkel – Was wirklich zählt

In den letzten sechs Monaten habe ich ins Leben der Beruftätigen reingeschnuppert. Dieses Praktikum war in Hinblick auf mein ökologisches Leben eine recht einschneidende Erfahrung , wie ich hier schon geschrieben habe. Das große Problem dabei: Wie habe ich noch Zeit für den Umweltschutz (und alles andere, was mir wichtig ist)?

Arbeitsplatz_k

Im Job ist schon genug los – wie passt Umweltschutz dazu?

Im Berufsalltag verbringt man viel Zeit im Büro, viel Zeit auf dem Weg ins Büro und in der Mittagspause – im Büro. War ich vorher Student mit sechs Monaten Ferien im Jahr, ist Zeit auf einmal meine wichtigste Ressource geworden – sowohl im Alltag wie auch in Bezug auf Urlaub. Nach einem Tag im Büro, grade wenn abends noch Sport oder was mit Freunden ansteht, bleibt nicht wirklich die Zeit, noch lange Umwege zu ökologischen Läden zu fahren (obwohl endlich mal Geld dafür da wäre 😀 ). Für den Urlaub kann man auch nicht mit dem Zug zwei Tage irgendwo hinfahren (und zurück), weil dann die wertvolle Woche Freizeit schon so gut wie vorbei ist. Natürlich fliegt man dann eher. Oft fehlt mir nach einem langen Arbeitstag auch einfach die Energie und geistige Kapazität, um mich über Umweltthemen zu informieren, mich weiterzubilden, Neues auszuprobieren oder auch nur von meinem Sofa aus einen Blogartikel zu schreiben.

Das moderne Arbeitsleben macht Umweltschutz schwer

Zum Glück sind wenigstens die Wochenenden frei und eine tolle Möglichkeit, um mal rauszukommen. Um aber einen Kontrast zum Alltag zu bekommen, reicht der Spaziergang um den Block nicht mehr wirklich. Stattdessen fährt man mit dem Auto in die Berge oder ins Wochenendhaus auf dem Land. Oder macht gleich einen Kurztrip nach London, Paris oder Zürich – mit dem Flugzeug natürlich, alles andere würde ja viel zu lang dauern.

Dazu kommen für viele Arbeitnehmer noch Geschäftsreisen mit dem Flugzeug, die sich wohl manchmal nicht vermeiden lassen. Außerdem möchte man im Büro chick sein und deckt sich regelmäßig mit neuen Klamotten und Schuhen ein. Und, nicht zuletzt: Nach dem ganzen Jubel und Trubel will man sich auch einfach mal was gönnen – das führt erstmal zu mehr Konsum.

Man muss Prioritäten setzen

Das moderne Arbeitsleben lädt geradezu dazu ein, sich egoistisch und umweltschädlich zu verhalten. Und ganz ehrlich: Ich kann das total verstehen. Wenn man viel Zeit in die Arbeit steckt, mit Herzblut dabei ist oder auch nur eine neue Stelle hat, wo alles noch aufregend und herausfordernd ist, dann geht da genug Energie verloren. Und als ob Arbeit das Einzige wäre im Leben: Da gibt es noch Freunde, Familie, vielleicht eigene Kinder, Hobbies, Sport… der Umweltschutz rückt schnell recht weit nach unten auf der Prioritätenliste.

Um das kurz klar zu stellen: Ich liebe meinen Job, ich hatte im Praktikum spannende Aufgaben, tolle Kollegen und richtig viel Spaß. Auch in meiner neuen Stelle fühle ich mich pudelwohl und total gut aufgehoben. (Danke dafür! 🙂 )Aber ich liebe noch viel mehr: Meine Familie, Freunde, Hobbies, Sport, meinen Blog, meine Projekte, den Garten, die Uni… und das alles kommt neben der Arbeit einfach etwas zu kurz. Das ist mir während der Vollzeitarbeit klar geworden.

Trotzdem bin ich mir sicher, dass es möglich ist, sich auch neben einem erfüllten beruflichen und privaten Leben für den Umweltschutz zu engagieren. Es muss einfach möglich sein, sonst werden wir demnächst global ein recht großes Problem haben.

Umweltschutz ist machbar!

Es gibt genügend Möglichkeiten, Umweltschutz auch in den (Arbeits-)Alltag zu integrieren. Nur ist es mir wichtiger geworden, mich auf Dinge zu konzentrieren, die auch tatsächlich einen Unterschied machen und nicht nur nett aussehen. Ich werde versuchen, Wege zu finden, die mit kleinem Aufwand und wenig Zeit einen großen Nutzen erzeugen. Darüber möchte ich in meinem nächsten Blogartikel schreiben.

Dann gibt es da noch die Dinge, die etwas mehr fordern. Wenn man nicht mehr dazu kommt, jede Kleinigkeit selbst zu recherchieren, zu machen, zu kochen, zu reparieren, zu pflanzen oder lange auf Second Hand Märkten zu suchen… dann gibt es noch einige Möglichkeiten, den Lebensstil tiefgreifender umzustellen. Auch das geht in kleinen Schritten und ist für jeden machbar.
Denn seien wir ehrlich: Die Welt wird nicht an Abschminkpads aus Watte oder meinem Verbrauch an Papiertaschentüchern zugrunde gehen. Vermutlich auch nicht an der ein oder anderen Flasche konventionellem Shampoo oder einem Block aus nicht-recycletem Papier.

Das sind alles wichtige Schritte auf dem guten und richtigen Weg zu mehr Umweltschutz. Aber wenn man wirklich viel verändern möchte, muss man auch bei anderen Themen ansetzen: bei elektronischen Geräten, beim Essverhalten, bei Flugreisen, dem eigenen Auto und vor allem dem Konsumverhalten. Das ist nicht unbedingt einfach, aber durchaus machbar. Darüber möchte ich in Zukunft mehr schreiben.

Ich freue mich darauf!
Eure Franziska

Signatur Grünes Element

 

Ein Gedanke zu “Mein neuer Blickwinkel – Was wirklich zählt

  1. Pingback: Dein ökologischer Arbeitstag | Grünes Element

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s