Vollzeitjob vs. Umweltschutz

Ein Vollzeitjob kostet Zeit, soviel ist klar. Aber ist es möglich, sich nebenher noch zu engagieren und ein umweltbewusstes Leben zu führen? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung.

Dieser Blogbeitrag hat keine Bilder, ich werde ihn nicht gegenlesen und auch keine Nacht darüber schlafen. Mir fehlt gerade einfach die Zeit dazu.

Seit vier Wochen teste ich das Leben der Vollzeit-Berufstätigen in einem Großkonzern, und seither kommt einfach alles zu kurz. Ich stehe um halb sieben auf, bin um acht im Büro, und wenn es gut läuft um fünf wieder zu Hause. Wenn es gerade nicht so gut läuft – dann nicht. Kaum habe ich einen Fuß über die Schwelle gesetzt, warten Haushalt, Kochen, Putzen, Wäsche und so weiter und so fort. Außerdem will man ja noch Sport machen, Freunde treffen, mit der Familie essen, im Garten arbeiten, Zeit für die Beziehung haben oder einfach mal eine halbe Stunde lang ungestört Serie schauen. Viel Zeit, um neue Ideen für ein grünes Leben zu entwickeln, bleibt nicht. Ich schaffe es gerade so, meine Kresse am Leben zu erhalten.

Normalerweise liebe ich es, auf dem Heimweg im Abendsonnenschein über die Hackerbrücke zu radeln. Jetzt treibt mich der Gedanke, für irgendetwas zu spät dran zu sein. Der Sportkurs fängt gleich an, die Freunde warten, und zumindest heute hatte ich versprochen, endlich mal früher heimzukommen… Wenn ich abends einkaufen gehe, achte ich  nicht so sehr darauf, wie welche Produkte verpackt sind. Wenn ich etwas brauche, nehme ich es mit, denn ich habe keine Nerven, noch in einen anderen Laden zu fahren, um dort vielleicht eine verpackungsarme Alternative zu finden. Das ich kaum noch zum Bloggen komme, brauche ich wohl nicht zu sagen.

 

Aber genug gejammert: Meine Stelle macht mir Spaß, ich liebe meine Freunde und schätze es sehr, dass sie mich auch sehen wollen 😀 Ich bin glücklich darüber, viele Projekte zu haben, ich liebe es, dass mir einfach nie langweilig wird, und ich habe einen tollen Partner, der mir den Rücken freihält. Was will man mehr 🙂

Also Blick nach vorne: Wie geht es, trotz relativ wenig Zeit und relativ viel Action noch ein grünes Element im eigenen Leben zu hegen und zu pflegen? Eine Möglichkeit, von der ich vor kurzem gelesen habe, sind die Mikro-Gewohnheiten. Geworben wird mit „Besser als alle guten Vorsätze“! Die Idee dahinter ist, sich jeden Tag so kleine Ziele zu setzen, dass die Umsetzung keine Überwindung kostet. Paradebeispiel: Jeden Tag bevor ich ins Bett gehe mache ich eine Liegestütze. Wenn man dann mal auf dem Bauch liegt, macht man bestimmt auch zwei oder drei. Wenn man nur eine schafft, hat man trotzdem ein Erfolgserlebnis, weil das Ziel ja erreicht wurde.

Meine Mikro-Gewohnheiten:

  • Jeden Tag wenn ich aus der Arbeit komme räume ich ein Kleidungsstück an seinen richtigen Platz (nicht umwelt- aber ordnungsfreundlich).
  • Jeden Morgen und Abend gieße ich meine Pflanzen (in der Hoffnung, dass ich einen Mini-Anteil meiner Ernährung selbst bestreiten kann).
  • Jedes Mal, wenn ich aus dem Haus gehe, packe ich einen Beutel ein (spart Plastiktüten).

Abgesehen davon versuche ich, alte Gewohnheiten aufrechtzuerhalten. Ich fahre kurze Strecken mit dem Rad, lehne Plastiktüten ab, rette Essen aus dem Fairteiler, werfe keine Lebensmittel weg, beschreibe mein Papier doppelseitig oder benutze keine Coffee to go-Becher. So weit, so Status Quo.

Zum Glück brauchen viele dieser Dinge keinen großen zeitlichen Aufwand. Die meisten davon habe ich schon so verinnerlicht, dass ich nicht mal mehr wirklich darüber nachdenken muss. Neue Ideen rutschen mir trotzdem verstärkt durch die Lappen. Ich denke mir auch selber weniger Sachen aus. Artikelideen kommen auf eine Liste, die immer länger wird und mir langsam Angst macht, sodass ich das Schreiben lieber verschiebe als einfach mal angehe.
Ich baue einfach darauf, dass ich mich mit der Zeit und mit der Gewöhnung an den neuen Tagesrhytmus besser organisieren kann und dann wieder mehr auf die Reihe kriege.

An alle Menschen, die neben einem Vollzeitjob noch irgendein Engagement stemmen: Ich ziehe den Hut vor euch. Sehr sehr großen Respekt!
Ich bin fürs Erste einfach froh, irgendwie über die Runden zu kommen und fahre weiterhin meine Bio-Eier im Jutebeutel auf dem Fahrrad nach Hause. Dort gieße ich noch schnell die Kresse und dann ab gehts ins Bett.

Gute Nacht!

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2 Gedanken zu “Vollzeitjob vs. Umweltschutz

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