Wieso der Umzug eine tolle Chance zum Entrümpeln ist

…. und welche besondere Rolle Geschenke dabei spielen. Oft fällt es einem ja schwer, sich von geliebten Gegenständen zu trennen. Wenn man aber alles ein- und wieder auspacken muss, fragt man sich doch zweimal: Brauche ich das wirklich? Denn ein Umzug ist nicht nur der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, sondern auch eine tolle Chance, mal so richtig auszumisten.

aussortiert

So viele alte Sachen – und so viel Freiraum 🙂

Ich dachte immer, ich hätte gar nicht sooo viele Schuhe. Bis zu meinem Umzug. Dann habe ich fünf Paar Winterschuhe aus dem Regal geräumt, im Keller alle meine Sommerschuhe gefunden, danach kamen die Sportschuhe, die Laufschuhe, die alten Hallenschuhe, meine Kunstrasenschuhe… Als ich dachte, es wäre geschafft, mache ich  meinen Kleiderschrank auf und siehe da: Tanzschuhe, Ballerinas, meine Lieblings-Ausgehschuhe und natürlich die Kletterschuhe! Ganz zu schweigen von zwei Paar Hausschuhen (beide kaputt) und meinen Flip-Flops (auch kaputt), die ich noch ganz unten im Schuhregal gefunden habe. Hallelujah, insgesamt war ich bei über 20 Paar!

Das war ein relativ großer Schock für mich, weil ich doch sehr gerne über alle gelästert habe, die ohne so und so viele paar Schuhe nicht leben können. Auf einmal musste ich aber feststellen: Ich gehöre dazu! Also habe ich meinen Umzug in die neue Wohnung zum Anlass genommen, um endlich einmal gründlich auszusortieren.

Besitz verpflichtet, sagt ein altes Sprichwort. Nicht nur als Großgrundbesitzer gilt das, sondern auch ganz normale Gegenstände verpflichten dazu, sich um sie zu kümmern. Das kostet oft Zeit (abstauben), Raum (zum Aufbewahren) oder Geld (reparieren, Accessoires, Updates…). All das kann man viel besser in schöne, gesunde und erfüllende Erlebnisse statt in Dinge stecken. Ganz zu schweigen davon, dass übermäßiger Konsum und Besitz schlecht für den ökologischen Fußabdruck sind.

Bei mir stand der erste Umzug seit über 15 Jahren ins Haus. In meinem großen Zimmer hatte sich viel angesammelt. Es waren vor allem Bücher oder einfach Zeug, dass ich gar nicht so genau benennen kann. Vieles davon ist noch aus meiner Jugendzeit und schon lange nicht mehr angefasst worden, wie ich hier erzähle. Für mich war klar: Das muss weg. Aber wohin mit den ganzen Sachen?

  • Schuhe und Kleidung: Sehr gut erhaltene Kleidung kann man auf verschiedenen Basaren oder Flohmärkten verkaufen. Im digitalen Zeitalter helfen Kleinanzeigen, Verschenkgruppen oder Tauschapps weiter. Gute Kleidung kann auch in Kleiderspendeboxen gegeben werden, allerdings sind nicht alle Anbieter unbedenklich. Empfohlen werden lokale Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser oder Oxfam. Karitative Anbieter sind meist besser als gewerbliche. Ganz alte Dinge, die man selbst nicht mehr tragen würde, kann man weiter verarbeiten (Putzlumpen oder DIY) oder einfach wegwerfen.
  • Bücher: Da hab ich wirklich viel! Man kann Freunde fragen, ob sie noch Bücher lesen wollen, ansonsten kann man sie selbst online oder offline verkaufen. Flohmärkte sind da besser als der Versand per Post, weil kein Transport bewältigt werden muss. Ansonsten gibt es viele Wohltätigkeitsbasare oder Oxfam-Läden, an die man Bücher spenden kann, oder man tauscht sie an öffentlichen Bücherschränken gegen neue.
  • Geschirr und Besteck: Davon hatte ich nicht viel, von der Familie haben wir aber jeden Menge bekommen. Überflüssiges kann man zum Beispiel für weitere Geschwister aufheben oder bei Freunden nachfragen -Studenten und Azubis freuen sich immer über Kostenloses. Zu Geld machen kann man es auf Flohmärkten wie dem großen Olympia-Flohmarkt in München. Über Spenden freuen sich Gebrauchtwarenhäuser mit karitativem Zweck.
  • Möbel: Mobiliar ist schwer aufzuheben. Auch hier kann man an Gebrauchtwarenhäuser spenden, Menschen mit weniger Geld freuen sich dann über günstige Möbel und der Erlös kommt meist einem guten Zweck zu Gute. Auch beim Sperrmüll werden abgegeben Gegenstände oft überarbeitet und renoviert weitergegeben. Auf verschiedenen Online-Plattformen kann man Möbel gegen Abholung oder einen kleinen Betrag weiterverkaufen. Wir haben dort noch nichts gefunden, aber augenscheinlich gehen fast alle günstigen gebrauchten Möbelstücke im Internet weg.
  • Elektronik: Alte Elektronik enthält seltene Metalle, die recyclet werden können. Dafür gibt es verschiedenste Rückgabestellen lokal wie online. Schulen bieten manchmal Aktionen an, bei denen alte Handys gesammelt werden, um den energieaufwändigen und oft umweltschädlichen Abbau seltener Stoffe etwas herunterschrauben zu können. Weiterverkaufen geht bei neueren Geräten auch noch, mein geliebtes Second Hand Handy habe ich zum Beispiel auf rebuy.de gekauft.

Bei aller Aufbruchsfreude und guten Vorsätzen fällt es mir schwer, bestimmte Gegenstände weiterzugeben: Geschenke. Auch wenn sie nicht mehr gefallen, habe ich beim Wegwerfen oder Weitergeben oft ein schlechtes Gewissen. Der Schenkende hat sich etwas dabei gedacht und wollte mir eine Freude machen. Was mache ich, wenn er irgendwann mal fragt, wo das Geschenk hin ist? Oder mitbekommt, dass es jetzt jemand anderes hat?

Ich denke mir dazu Folgendes: Niemand möchte mir mit einem Geschenk etwas Böses, sondern es soll mir Freude bereiten. Wenn ich etwas als Ballast empfinde, weil ich es ständig putzen muss, es Platz wegnimmt oder einfach nicht mehr zum aktuellen Stil passt, ist niemandem damit geholfen, das Teil zu behalten. Das freut weder mich noch den Schenkenden. Deswegen ist es absolut in Ordnung, solche Geschenke weiterzugeben: Nicht zuletzt wurde es ja dir geschenkt, also bestimmst du, was damit passieren soll.

Weitergeben oder Spenden des Geschenks ist oft noch besser, damit ist nicht nur dir, sondern auch der Umwelt geholfen, und du machst eine weitere Person damit glücklich. Natürlich sollte man trotzdem das nötige Taktgefühl haben, um einen Schenkenden nicht zu verletzen. Aber wenn es einmal soweit kommt, kann man einfach die Situation erklären, Wertschätzung für das Geschenk ausdrücken, den Grund für die Weitergabe nennen und ich bin mir sicher, dass jeder dafür Verständnis hat.

Übrigens: Tipps für gute Geschenke, die hoffentlich niemandem zur Last fallen, gibt es hier!

Was sind eure Erfahrungen mit Ausmisten? Hat noch jemand ein schleches Gewissen beim Weggeben von Geschenken?

Franziska
Signatur Grünes Element

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4 Gedanken zu “Wieso der Umzug eine tolle Chance zum Entrümpeln ist

  1. Hallo Franzi,
    deine Gedanken zum Thema Geschenke gefallen mir. Und das der Umzug eine gute Chance zum entrümpeln ist, habe ich nicht nur bei mir sondern auch bei Familie und Freunden schon so manches Mal mit erlebt. Ich habe es schon geschafft viel weniger Zeug zu besitzen, um beim nächsten Umzug noch weniger entrümpeln zu müssen.

    Auf wohindamit? habe ich übrigens ausführlich über das Keller entrümpeln, auch ohne Umzug berichtet. Ich denke, das ist eine gute Ergänzung zu deinem prima Text. http://www.wohindamit.de/keller-entruempeln-aber-richtig-10-tipps-teil-1/

    Gefällt 1 Person

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