Saisonal durch den Oktober

Saisonales Essen ist  nicht immer leicht, vor allem wenn mit dem Herbstanfang weniger und weniger frisch wächst. Clarissa vom veganen Foodblog Paradiesfutter hat trotzdem gleich drei köstliche Oktober-Rezepte für euch! Lest hier, was sie außerdem über saisonales Essen und solidarische Landwirtschaft erzählt.auflauf

 

Saisonal essen bedeutet, das zu genießen was gerade reif ist und nicht das zu „verlangen“ was unter wesentlich höherem Aufwand weit weg produziert und angekarrt werden muss. Aber ich persönlich finde es ist schon mit einem gewissen Aufwand verbunden saisonal zu essen. Man soll sich Saisonkalender ansehen, versucht die Herkunftsangaben zu entschlüsseln… (oft wird das ja nicht mal angegeben) Obwohl ich meines Erachtens schon ein sehr ökologisch denkend und handelnder Mensch bin, habe ich es bisher nie so richtig geschafft mich saisonal zu ernähren. Bis ich vor einem halben Jahr einer solidarischen Landwirtschaftsgenossenschaft beigetreten bin. Das Kartoffelkombinat in München hat mittlerweile um die 800 Mitglieder und versorgt diese wöchentlich mit frischem Bio-Gemüse und Obst aus dem Münchner Norden. Alles regional also. Und das Schöne an der Regionalität ist ja, dass es automatisch saisonal ist. Wenn etwas gerade nicht wächst, bekomme ich das auch nicht in meine Kisten mit meinem wöchentlichen Ernteanteil. Und da es so viel frisches Zeug ist, kaufe ich auch nur wenig zusätzlich ein. So eine solidarische Gemeinschaft ist aber noch mehr als ein „Gemüselieferant“: man kann und soll sich einbringen, kann mitbestimmen, mitorganisieren, lernt Gleichgesinnte kennen und – ein wesentlicher Teil – unterstützt nachhaltig wirtschaftende Bauern in der Region, die damit nicht mehr vom Großhandel abhängig sind. Solche Gemeinschaften gibt es in vielen Regionen, Infos dazu findet man unter: http://www.solidarische-landwirtschaft.org/

Und wenn man nun nicht Mitglied in solch einer Genossenschaft ist und sein Gemüse und Obst im Laden einkauft und sich an Saisonkalender orientiert: nur weil Kürbis gerade Saison hat, sollte man trotzdem nochmal nachsehen, ob das jetzt auch ein regionaler ist und nicht einer von weit weg (weil es halt im Großhandel ein paar Cent billiger war)… Und nun ein paar Rezeptideen für das, was im Oktober geerntet wird:

 

Weißkohlsalat mit Birnen und Walnüssen

herbstsalat

4 Beilagen oder 2 große Portionen

 

1 kleiner Weißkohlkopf

2 Birnen

4 EL gehackte Walnüsse

2 EL Weißweinessig

2 EL Walnussöl (oder Leinöl oder anderes präferiertes Salatöl)

1-2 EL Apfeldicksaft (oder Zucker)

½ TL Senf

½ TL Salz

Optional: 100 g Räuchertofu in Würfeln

 

Den Weißkohl waschen und in feine Streifen schneiden. In eine große Schüssel geben. Aus Essig, Öl, Salz, Senf und Apfeldicksaft ein Salatdressing anrühren (Tipp: in einem kleinen Schaubglas schütteln und es wird perfekt!). Das Dressing über den Weißkohl geben und mit den Händen kräftig durchkneten und quetschen. Dadurch wird der Kohl weicher. Am besten noch ein bisschen durchziehen lassen. Vor dem Servieren die Birnen entkernen, in feine Scheiben schneiden und zusammen mit den Walnüssen auf den Salat geben. Sehr lecker dazu sind auch angebratene Räuchertofu Würfel.

 

Mediterrane Kartoffel-Grünkohl-Quiche

quiche

200 g Vollkornmehl

80 g Öl

40 ml Wasser

½ TL Salz

Aus diesen Zutaten einen Teig kneten und ruhen lassen.

2-3 große Grünkohlblätter

1 große rote Zwiebel

5 kleine bis mittelgroße Kartoffeln

1 Zweig Rosmarin (entspricht ca. 1 EL getrocknetem)

1 Knoblauchzehe

 

Grünkohl waschen, die dicken Stiele herausschneiden und die Blätter fein schneiden. Die Zwiebel würfeln und die Kartoffeln schälen und ebenfalls in Würfelchen schneiden (Kantenlänge ca. 0,5-1 cm). Rosmarin und Knoblauch fein hacken. Alle Zutaten für die Füllung mischen.

Den Teig für die Quiche ausrollen und als Boden in eine runde Quiche/Kuchen- oder andere Auflaufform geben. Dann für ca. 10 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 180°C vorbacken. Währenddessen die Gratinsoße zubereiten:

500 ml Sojamilch (auch die bekommt man halbwegs regional, z.B. im Bioladen vom Hofgut Storzeln am Bodensee oder von Alnatura mit europäischem Soja)

2 EL Apfelessig

3 gehäufte EL Hefeflocken

150 ml Öl (neutrales, z.B. Rapsöl)

4-5 gehäufte EL Speisestärke

1 TL Salz

Diese Zutaten im Mixer oder mit dem Pürierstab gut vermischen. Die Gemüsefüllung auf den Teigboden in die Auflaufform geben. Die Soße darüber schütten und ca. 50-60 Minuten backen, bis die Kartoffel durch sind.

Natürlich kann man die Quiche heiß genießen, aber schnittfest wird sie erst, wenn sie einmal abgekühlt ist.

 

Fluffiger Kürbiskuchen

kurbiskuchen

150 g Hokkaido-Kürbis

125 ml Sojamilch

2 EL Zitronensaft

100 ml Pflanzenöl

Prise Salz

160 g Zucker

je 1 TL Natron + Backpulver

1 TL Zimt

200 g Mehl

 

150g entkernten und gewürfelten Hokkaidokürbis garen (z.B. im Backofen oder dämpfen). Den gekochten Kürbis mit Sojamilch und Öl fein mixen bzw. pürieren. Dann mit allen anderen Zutaten zu einem Rührteig verarbeiten. In eine eingefettete und bemehlte Form geben und ca. 35-40 Minuten bei 180°C backen.

 

Als i-Tüpfelchen empfiehlt sich ein aromatischer Zitronenguss aus frisch gepresstem Zitronensaft, fein abgeriebener Zitronenschale und Puderzucker.

Liebe Clarissa, vielen Dank für deine Gedanken und die tollen Rezepte! Mehr vegane Köstlichkeiten gibt es unter http://www.paradiesfutter.de (oder hier).

 

 

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Ein Gedanke zu “Saisonal durch den Oktober

  1. Pingback: Veganer Weißkohlsalat mit Birnen und Walnüssen von Paradiesfutter

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