#Review: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

„Jeder sollte diesen Film sehen“, sagt meine Freundin, als wir zusammen das Kino verlassen. Ja! Wirklich jeder! Tomorrow ist der erste Film über Umweltthemen, den ich wirklich allen nur empfehlen kann. Der Film hat mich total begeistert und im Folgenden erzähle ich euch, warum.

Tomorrow

In Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen begleitet die Kamera zwei junge Filmemacher, die um die Welt reisen, um Ideen für eine bessere Zukunft zu sammeln. Dabei bleiben sie erfrischend ideologiefrei, lassen sich nur von den Erfahrungen anderer leiten und schaffen es dabei absolut, zu begeistern.

Anstoßpunkt für den Film ist eine Studie, nach der sich die Lebensbedingungen auf der Welt rapide ändern werden. Eigentlich nichts Neues. Intensiv, aber kurz wird vor dem ‚Tipping Point‘ gewarnt, ab dem die Ereignisse mehr oder weniger unaufhaltsam ablaufen werden. Das ist aber auch die einzige negative oder deprimierende Stelle des Films, sofort danach geht es steil bergauf. Cyril und Mélanie haben begriffen: Sie müssen handeln. Jetzt. Aber wie? Los geht die Reise.

Ich möchte hier nicht zu viel vorwegnehmen, deswegen schreibe ich nur ein paar Details von dem, was mir aus dem Film im Gedächtnis geblieben ist. Das Presseheft ist schon zur intensiveren Lektüre runtergeladen, muss aber noch bis nach dem Artikel warten.

Tomorrow_Stadtgarten

Das Pflanzprojekt in dieser englischen Stadt erzeugt nicht nur Nahrungsmittel fast ohne Transportwege. Es rückt auch die Gesellschaft näher zusammen und lädt zum Unterhalten ein, wie an diesen Sträuchern vor dem Polizeirevier.

Insgesamt geht es um fünf Themenbereiche. Der erste ist die Ernährung. Und, erste Überraschung: Es geht nicht um eine Veganer-Vegetarier-Omnivoren-undsoweiter-Debatte. Stattdessen wird von Biodiversität, Gärten in der Stadt und kleine Farmen ohne Erdölverbrauch erzählt. Jede Kalorie, die über Riesenfarmen erzeugt wurde, verbraucht 10 bis 12 Kalorien an Erdöl. Spätestens mit dem Peak Oil wird das zum Problem werden. Aber wer sieht, wie fröhlich Menschen in England ihre Stadt mit Beerensträuchern bepflanzen oder wie effizient Stadtfarmen in Detroit funktionieren, macht sich darüber kaum noch Sorgen. Stattdessen bekommt man Lust, selber Erde zwischen den Fingern zu spüren und sein Essen selbst anzubauen – zum Teil zumindest.

Mit der Wirtschaft wird ein komplexes Thema kurz abgedeckt. Behandelt werden Aktiengesellschaften, die keine Dividenden ausschütten, sondern ihre Gewinne in noch mehr Umweltschutz, noch mehr Unterstützung für Mitarbeiter, noch mehr Sicherheit investieren. Es geht um Nachhaltigkeit, Recycling und lokale Währungen, um kleine Wirtschaftskreise zu stärken. Und um einen Briten, der mit diesem wunderbaren Akzent erzählt, wie er seine Anwälte fragte: „Are we allowed to do this?“ und die meinten „Well… No idea! Just do it and see what happens!“ Gesagt, getan.

Tomorrow_LokaleWirtschaft

Wieso eine Geldnote mit dem Wert 21? – Weil wir es können. Lokale Währungen sollen die Region stärken, nicht die Großkonzerne.

Dritter Komplex war das Thema Energie. Wenig überraschend ging es um erneuerbare Energien. Beeindruckend waren dagegen die Beispiele, wie energieautark manche Städte, Regionen oder Länder schon sind. Die effektivsten Projekte gibt es in den skandinavischen Ländern mit viel Wind, Wasser und Geothermie.

Völlig vom Hocker gehauen hat mich dagegen der Themenbereich Politik. Neben einer lokalen, direktdemokratischen Gemeinde in Indien ging es um Island, und was da passiert ist, wusste ich wirklich nicht. Aber es ist absolut inspirierend. Ich werde nicht verraten, was es genau ist, aber wow – jetzt bin ich noch mehr Islandfan als seit der EM eh schon 😉

Nach Skandinavien zurück ging es mit dem letzten Thema, der Bildung. Hier ist mir tatsächlich am wenigsten im Kopf geblieben, aber es ging viel um integratives Lernen, um Zusammenhalt und darum, die Kinder auf das echte Leben und seine Herausforderungen vorzubereiten.

Tomorrow_Inspiration

Auch wenn hier inhaltlich schon einiges steht, die Inspiration, die dieser Film einem mitgibt, kann mein Artikel niemals ersetzen. Deswegen, solange es noch die Möglichkeit gibt, geht ins Kino und schaut diesen Film an. Man verlässt den Saal fröhlich, hoffnungsvoll und voller Tatendrang, mit hunderten Ideen, sich für die Gesellschaft und die Umwelt zu engagieren.

Ich persönlich bin wirklich begeistert (unschwer zu erkennen an den übermäßig vielen Ausrufezeichen in diesem Text! 😉 ). In Tomorrow geht es nicht um reinen Umweltschutz, sondern immer wird auch der Mensch und die Gesellschaft mitgedacht. Zu Hause habe ich gleich jede Menge Sachen gegooglet, mich informiert und ich habe einige dauerhafte Ideen für die Zukunft behalten. Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen werde ich mir auf jeden Fall als DVD kaufen und jeder, der ihn sehen will, ist herzlich eingeladen, mit Chips oder Popcorn oder auch Gemüsesticks bei mir vorbeizukommen 🙂

Franziska
Signatur Grünes Element

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3 Gedanken zu “#Review: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

  1. Pingback: 1 Jahr Grünes Element! | Grünes Element

  2. Dann werde ich wohl demnächst mal bei dir auf der Matte stehen – du hast mich nämlich echt neugierig gemacht. Diesen Film werde ich mir ansehen! LG S.

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