Bäume fürs Klima – In 5 Schritten die CO2-Bilanz ausgleichen

Hallo, Juli, hallo, zweite Jahreshälfte! Unter meinen Vorsätzen dieses Jahr war es, die Menge an CO2, die ich durch Autofahren erzeuge, auszurechnen und durch Bäume auszugleichen. Ich hatte damit gerechnet, hunderte Euro an eine Organisation zahlen zu müssen, aber der Ausgleich meiner CO2-Bilanz war wirklich billig und macht ein total gutes Gewissen 🙂
Hier erzähle ich, wie man in fünf Schritten seine eigene CO2-Bilanz erstellen und ausgleichen kann.

Baum.JPG

  1. Welche Strecken fahre ich mit dem Auto?
    Eine komplette, umfassende Bilanz der Treibhausgase zu erstellen, die wegen einem erzeugt werden, ist relativ schwer. Man müsste nicht nur die Mobilität, sondern auch Heizung, Ernährung und Konsum einrechnen. Deswegen habe ich mich für dieses Jahr auf Auto- und Flugstrecken beschränkt. Geflogen bin ich in der ersten Jahreshälfte nicht, gefahren auch nicht übermäßig viel. Ich habe mir jede Strecke, die ich mit dem Auto zurückgelegt habe, aufgeschrieben. Über den Google Maps Routenplaner konnte ich die Strecken erfassen und nach einem halben Jahr zusammengerechnen. Insgesamt bin ich auf 1305 km gekommen. Am längsten war ein Skiurlaub mit 666 (!) km, die kürzeste Strecke war mit 12 km ein Großeinkauf. Die meisten meiner Fahrten waren aber Reisen, für die es fast keine Alternative gibt, zum Beispiel zu meinen Verwandten, zu denen kein Zug fährt.
  2. Wie viel CO2 produziert mein Auto?
    Der CO2-Ausstoß wird durch die Strecke und den Autotypen, also Diesel- oder Benzinverbrauch errechnet. Den Verbrauch des Fahrzeugs muss man kennen, erfragen oder googlen, auch wenn wir inzwischen ja wissen, dass Herstellerangaben nicht immer richtig sind 😉 Zum Ausrechnen gibt es verschiedene Tools im Internet. Sie kommen zwar im Vergleich auf leicht unterschiedliche Werte, aber im Großen und Ganzen empfinde ich sie als verlässlich. Ich habe diese Variante von der DEKRA verwendet. Sie hat für mein Auto und meine Strecke ca. 250 kg CO2 errechnet.
  3. Wie viel CO2 wird durch einen Baum kompensiert?
    Die Angaben über die Kompensationskapazität von Bäumen gehen auseinander. Natürlich sind sie von vielen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel Größe, Sorte und Alter des Baumes. Quellen sprechen grob von 10 kg oder 12,5 kg pro Jahr, auch 15 kg im Jahr habe ich schon gehört.
    Wer möchte, kann jetzt als erstes das CO2 pro Strecke noch durch die Anzahl der Autoinssassen teilen, damit man wirklich nur seinen eigenen Anteil am CO2-Ausstoß kompensiert. Ich habe das bewusst nicht gemacht, da ich weiß, dass außer mir niemand seine Bilanz erstellt und ausgleicht. Und nach meiner Rechnung weiß ich auch, dass ich mir durchaus leisten kann, für ein paar andere Leute mitzuzahlen, denn alleine bin ich nie Auto gefahren.
    Aufgrund der verschiedenen Angaben zur Speicherkapazität von Bäumen habe ich mit 12 kg pro Jahr gerechnet. Also habe ich meine 250 kg durch 12 kg geteilt, Ergebnis: 21. 21 Bäume bräuchte es also, um meinen CO2-Ausstoß in einem Jahr zu kompensieren (natürlich nur in etwa.)
  4. An welche Organisation möchte ich spenden?
    Wer nicht gerade eigenen Wald hat, muss das Bäume pflanzen anderen überlassen. Es gibt verschiedene Organisationen, die gegen Spenden Bäume pflanzen. Bei Plant for the Planet kann man entscheiden, ob seine Spende in Ausbildungsaktionen für Kinder oder Aufforstungsprojekte fließt. Ein Baum kostet 1 €. PRIMAKLIMA bietet Bäume je nach Standort für 3 € oder 5 € an. Trees for the World bietet Bäume ab einer Spendensumme von 2,50 € an, eine Baumpatenschaft gibt es ab 50 €. Daneben gibt es noch weitere Organisationen, diese nur mal als Überblick.
    Ich habe mich für eine Spende an Plant for the Planet entschieden, nicht weil sie am billigsten sind, sondern weil mir die Seite am transparentesten erscheint, sie gut informieren und anschauliche Vergleiche anbieten. Nicht zuletzt ist es auch eine Organisation von Kindern und Jugendlichen, die viel Informationsarbeit betreiben, was ich ebenfalls sehr unterstützenswert finde.
  5. Spendensumme errechnen, spenden und freuen 🙂
    Der letzte Schritt: Anzahl der Bäume mal Preis pro Baum, Online-Spenden-Formular aufüllen und schon sind die Bäume unterwegs!
    Dass ich nur 21 € zahlen muss, hat mich total überrascht, ich hatte mit viel mehr gerechnet. Daher habe ich (wenigstens) auf 25 € aufgerundet, von denen jetzt bei Plant for the Planet 20 Bäume gepflanzt werden, der Rest fließt in die anderen Aktivitäten der Organisation.
Baumspende-Urkunde

Da ist sie, meine Baumspende-Urkunde 🙂

Mit diesem Verfahren bin ich total glücklich und habe mein grünes Gewissen erleichtert. Die zweite Jahreshälfte wird leider bei weitem nicht so billig, allein weil zwei Langstreckenflüge anstehen. Aber das Pflanzen von Bäumen gibt einem, auch wenn es nicht von eigener Hand geschieht, doch die Möglichkeit, aktiv etwas für das Klima zu tun.

Umweltschutz heißt ja oft, Dinge nicht zu machen, Produkte nicht zu kaufen oder auf etwas zu verzichten. Die Spende gibt einem aber die Möglichkeit, mal wieder etwas selbst in die Hand zu nehmen und tatsächlich zu tun, anstatt etwas nicht zu tun. Fühlt sich für mich auf jeden Fall gut an.

Franziska
Signatur Grünes Element

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3 Gedanken zu “Bäume fürs Klima – In 5 Schritten die CO2-Bilanz ausgleichen

  1. Pingback: 1 Jahr Grünes Element! | Grünes Element

  2. Wirklich eine tolle Sache! Ich mag es auch Bäume zu pflanzen. Ich suche meist über Ecosia. Dort werden für die Suchanfragen Bäume gepflanzt 🙂
    Vielleicht gleiche ich auch mal unseren Auto-CO2 Ausstoß über Bäume aus. Das scheint mir sehr sinnvoll zu sein 🙂

    LG
    Jacqueline

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