Zu Besuch bei den Schul-Bienen

Das sind Attila, Amina, Tobi, Christian, Mayuko, Victoria und Jan. Die sieben Grundschüler gehören zur Bienen-AG in der Grundschule an der Großhaderner Straße unter Leitung von Frau Kolb, einer der ganz wenigen Schulen mit eigenen Bienenstöcken in München. Ich durfte sie besuchen und ein AG-Treffen lang begleiten. Dabei konnte ich selbst viel über Bienen lernen, zum ersten Mal einen Imkeranzug tragen und erleben, wie begeistert die Kinder von diesem besonderen Angebot ihrer Schule sind.

Bienen-AG

Die Bienen-AG an der Großhaderner Grundschule unter Leitung von Claudia Kolb.

Die sieben Schüler gehören zur Klasse 4c und treffen sich alle zwei Wochen in der Bienen-AG. In den jeweils anderen Wochen gibt es eine weitere Gruppe. Ein Jahr lang können die Schüler kostenfrei über Bienen lernen, verschiedene Gegenstände basteln oder selber bauen und die drei Bienenvölker im Innenhof der Schule versorgen. Vor allem im Winter, wenn die Bienen nicht in der Schule sind, gibt es viel Theoriewissen über Bienen und ihre Lebensweise, wie sie sich verhalten und wie man sich am besten um sie kümmert. Ich dachte ja, dass ich schon etwas Hintergrundwissen über Bienen habe, aber als es dann um den Unterschied von Sommer- und Winterbienen ging, um die Lebensdauer von Drohnen oder Fachbegriffe aus der Imkerei war ich überfragt – die Kinder aus der Bienen-AG wussten aber auf alles eine Antwort.

Pflanzaktion

Neben der direkten Arbeit mit den Bienen gibt es noch viele andere Aktivitäten.

Claudia Kolb bastelt auch viel mit ihren Schülern und sorgt dafür, dass sie fast jede Stunde etwas mit nach Hause nehmen können oder eine Kleinigkeit wie Honig oder Sirup probieren dürfen. Das neueste Projekt war ein eigener Honigtopf aus Ton, der dann mit der ersten Schleuderung befüllt werden soll. Arbeiten mit Ton machen am meisten Spaß, erzählen mir Attila und Jan. Mayuko und Victoria sind am liebsten am Stand der Bienen-AG auf Schulfesten. Dort verkaufen sie den eigenen Honig, selbstgemachte Gegenstände und Essen, erzählen von ihren Erlebnissen und erklären anderen Schülern, wieso man überhaupt keine Angst vor Bienen haben muss.

Gestochen wurde noch kein Kind  in der Bienen-AG, und das hat auch seinen Grund. Zu den Treffen sollen die Schüler immer lange, möglichst helle Kleidung anhaben. Darüber kommt dann eine Imkerjacke mit dem typischen Netz und Hut. An diese Kleidungsvorschrift habe ich mich auch gehalten, denn natürlich geht es auch zu den Bienen in den Innenhof. Drei Bienenvölker leben in der Grundschule, jedes umfasst zwischen 30.000 und 60.000 Bienen. Der Bienenhof ist normalerweise abgeschlossen, damit sich Schüler und Bienen nicht in die Quere kommen, aber durch die vielen Fenster kann man alles gut sehen. (Besonders gut sehen kann man auch, wenn man die Bilder einzeln anklickt 😉 )

Claudia Kolb ist ausgebildete Imkerin und kennt sich rundum aus. Bei ihr Überwintern die Bienen und sie übernimmt die Verarbeitung des Honigs zu Hause zusätzlich. Weil die Bienen-AG als eine Art kleiner Bauernhof angemeldet ist, gibt es vom Landwirtschaftsministerium 300 € Zuschuss pro Jahr. Davon werden die Imkerjacken bezahlt, genauso wie Material oder kleine Ausflüge. Geld, dass durch den Verkauf von Honig, Waffeln oder Honigkuchen-Herzen eingenommen wird, fließt ebenfalls zurück in die AG.

Die Schüler sind echte Profis im Umgang mit den Bienen. Obwohl der ganze Innenhof nur so schwirrt und ich wirklich froh um meine Schutzkleidung bin, haben die Schüler gar keine Scheu. Am liebsten würden sie alles selber machen, Waben austauschen, Bienen abbürsten, Wildbau abkratzen oder „Briefmarken“ entfernen – so nennen Imker die Bienen, die beim Auseinandernehmen des Kastens zerquetscht werden. Währenddessen erklärt Frau Kolb immer wieder interessante Fakten, stellt Fragen oder weißt die Kinder auf etwas hin.

Verschiedene Honigsorten

Drei verschiedene Honigsorten, drei verschiedene Geschmacksrichtungen. Der Honig rechts ist aus der Bienen-AG.

Viel zu schnell vergeht die Stunde im heißen, aber schönen Innenhof. Zum Abschluss gibt es noch drei Honigsorten zu probieren: Den Schulhonig und zwei weitere von anderen Orten. Die Sorten unterscheiden sich deutlich in Aussehen, Konsistenz und Geschmack und ich muss sagen, der aus der Großhaderner Straße schmeckt am besten. Außerdem dürfen alle vom Gelee Royale, dem speziellen Nährstoff für Königinnen kosten, der aus einer Wildwuchs-Wabe stammt. Das schmeckt richtig ungewohnt, gar nicht süß, sondern vielmehr mit einer kräftigen Zitronen-Note. Ich hatte noch eine letzte Frage an die Schüler: Ob es denn etwas gibt, was ihnen nicht so gut gefällt. Nein, sagt Amina sofort überzeugt, da gibt es gar nichts.

Franziska

Signatur

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3 Gedanken zu “Zu Besuch bei den Schul-Bienen

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