Welt-Wasser-Tag 2016

Eine große Aktion jagt die nächste! Heute habe ich zum ersten Mal etwas vom Welt-Wasser-Tag gehört, der seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt findet. Ziel dieses von der UN etablierten Tages ist es, auf die Wichtigkeit von Wasser in unserem Alltag aufmerksam zu machen. Das Vorhandensein von Wasser, das dann auch noch sauber und qualitativ hochwertig ist, ist in vielen Teilen der Welt leider keine Selbstverständlichkeit. Jedes Jahr gibt es ein neues Thema, auf das der Welt-Wasser-Tag besondere Aufmerksamkeit lenken will. Diesmal geht es um Water & Jobs, der jährliche Bericht soll untersuchen, wie Wasser und Wirtschaft zusammenhängen. Meines Wissens nach ist der Bericht noch nicht erschienen, er müsste aber im Lauf des Tages auf dieser Website auftauchen.

Das Wasser für uns alle wichtig ist, dürfte niemandem neu sein. Wie nahe wir einer drohenden globalen Wasserknappheit sind, ist aber doch wieder erschreckend. Diese Karte zeigt gut und interaktiv, in welchen Regionen der Welt das Wasser knapp werden wird. Betroffen sind vor allem sehr dicht bevölkerte Regionen wie Indien oder weite Teile Afrikas. Zum einen ist nur ein sehr geringer Teil des Wassers auf der Erde für uns überhaupt nutzbar, zum anderen steigt der Verbrauch des trinkbaren Wassers rapide und überproportional. Im letzten Jahrhundert hat sich die Weltbevölkerung vervierfacht, der Wasserverbrauch aber verzehnfacht (Weltwassertag.com). Mit dem Klimawandel im Hinterkopf kann sich jeder selbst ausrechnen, wie lange das noch gut geht.

Unter Wasser.jpg

Noch gibt es zumindest bei uns Wasser im Überfluss.

Jeder Deutsche verbraucht pro Tag ca 5.200l Wasser. Moment?! Wie war das mit den 120l pro Tag? Hier muss direkter und indirekter oder virtueller Wasserverbrauch unterschieden werden. 120l fließen tatsächlich in deinem Haus durch den Wasserhahn – zum Duschen, Kochen, Zäheputzen, Klo spülen. Die restlichen 5.080l pro Tag fallen ganz wo anders an, nämlich bei der Produktion von Nahrungsmitteln und Gütern, die du konsumierst. Das kann in Afrika, Asien, Indien oder beim Bauer um die Ecke sein (WWF).
Ein Steak verbraucht beispielsweise 4.000l Wasser, bis es bei dir auf dem Teller landet. Darauf machte Peta 2013 mit einer Aktion zum Welt-Wasser-Tag aufmerksam. Tatsächlich ist Fleisch, insbesondere Rindfleisch, mit gut 15.000l Wasser pro Kilo sehr wasserintensiv. Käse, Reis oder Hühnereier brauchen etwa 5.000l pro Kilo, die meisten Pflanzen liegen noch darunter. 1 kg Mais oder Weizen braucht ca. 1.000l Wasser. Einen guten Überblick liefert der Wikipediaeintrag zu virtuellem Wasser. Besonders viel Wasser verbraucht die Produktion eines Autos, einer Jeans, oder eben eines Kilos Rindfleisch.

Aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ müssen wir uns sogar hier in Deutschland Sorgen machen. Durch intensive Landwirtschaft, insbesondere Viehhaltung, werden große Mengen an Dünger und Tierkot auf den Feldern ausgebracht. Meistens ist das aber mehr, als die Pflanzen aufnehmen können. Das überschüssige Nitrat sickert ein und kommt nach 5 – 30 Jahren im Grundwasser an. Bereits jetzt werden dort Nitratwerte gemessen, die fast doppelt so hoch sind wie der empfohlene Richtwert (SZ). Das sind allerdings die Auswirkungen von 1985 oder vielleicht 1995. Die Tierhaltung ist inzwischen viel mehr und vor allem viel intensiver geworden. Die Mengen an Tierkot auf den Feldern heutzutage dürfen deutlich höher sein als noch damals. Wie wird also unser Grundwasser erst in 30 Jahren aussehen?

Auch wenn gegen die Massentierhaltung und industriellen Wasserverbrauch kein schnellwirkendes Kraut gewachsen ist, kann man auch als Einzelner seinen Beitrag leisten.

  • Duschen statt baden, Wasser nicht laufen lassen, Klo mit Spartaste verwenden… ich glaube über die Möglichkeiten, den direkten Wasserverbrauch zu reduzieren, muss ich euch nicht mehr viel erzählen 🙂
  • Virtuelles Wasser kann man durch regionales Einkaufen reduzieren. Statt Rosen aus Afrika kann man sich z.B. nach regionalen Blumen erkundigen.
  • Die wasserintensive Jeans kann man entweder nachfärben oder Second Hand kaufen.
  • Weniger Fleisch und tierische Produkte auf dem Speiseplan reduzieren ebenfalls den virutellen Wasserverbrauch.
  • Wer darauf nicht verzichten kann oder möchte, sollte sich über die Herkunft seines Essens informieren: Am besten nicht aus der Massentierhaltung, sondern von Höfen, die Vieh- und Landwirtschaft betreiben. So wird die Gülle noch am besten verteilt und Überdüngungen werden unwahrscheinlicher. Das schützt die Wasserqualität.
  • Leitungswasser trinken! Mineralwasser wird oft weit transportiert und die Flaschen hinterlassen ihren ganz eigenen virtuellen Wasser-Fußabdruck. Außerdem untergraben große Wasserkonzerne durch den Aufkauf von Quellen das Menschenrecht auf Trinkwasser.
  • Vor einer Reise über die Wasserlage im jeweiligen Land informieren. In Kalifornien, Spanien, Indien oder Mallorca sollte man sich vor Ort rücksichtsvoll verhalten und versuchen, den Wasserverbrauch gering zu halten.

Welche Erfahrungen macht ihr mit Wassersparen? Sind eure Jobs direkt oder indirekt mit Wasser verknüpft?

Franziska

Signatur

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Ein Gedanke zu “Welt-Wasser-Tag 2016

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