Aus aktuellem Anlass: Gestrandet Wale

Hallo! Vielleicht habt ihr in den letzten Tagen die ganzen Berichte zu den toten Walen gelesen, die an verschiedenen Stränden der Nordsee angespült worden sind. Wir möchten diesen Post zum Anlass nehmen, um die bisherigen Erkenntnisse zum Tod der Pottwale zusammenzufassen.

Insgesamt sind in den letzten Tagen 12 Pottwale an der Nordseeküste von Deutschland und den Niederlanden an Land gespült worden. Das ist verhältnismäßig viel. In den letzten 25 Jahren sind insgesamt 80 Pottwale in der Nordsee gestrandet. Die jetzigen Wale waren teilweise schon tot, teilweise sind sie erst am Strand gestorben, weil sie sich wegen ihres großen Gewichts an Land selbst zerquetschten1. Die Wale waren alles junge Bullen, die in kleineren Gruppen zusammen reisen.

Man vermutet, dass die Wale sich verirrt haben und fälschlicherweise in die Nordsee „abgebogen“ sind2. Das ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder vorgekommen. Thilo Maack, Ozean-Experte von Greenpeace, deutet aber auch darauf hin, dass zunehmender Unterwasserlärm in der Nordsee für den Orientierungsverlust der Tiere mit verantwortlich sein könnte1. Das ist bisher aber nicht belegt.

Die Nordsee mit ihren 100 Metern Wassertiefe ist für die Pottwale, die normalerweise bis zu 4000 Meter tief tauchen1,  schlichtweg zu flach. Die Echo-Orientierung der Tiere funktioniert nicht mehr richtig, sie verlieren jeden Richtungssinn und strandenden durch heftige Ebbe und Flut. Außerdem waren einige Wale schlecht ernährt. Tintenfische sind ihre Hauptnahrung, und normalerweise finden sich 50 bis 200 schwer verdaubare Tintenfischschnäbel in den Mägen der Walen. In einem der Wale wurde jedoch nur ein solcher Schnabel gefunden3. Manche der Männchen lebten vermutlich schon vom eigenen Fett und waren deshalb ungewöhnlich klein3. Außerdem wurde in einem Walmagen ein großes Stück Fischernetz gefunden. Das hat aber nicht zum Tod des Tieres geführt.

Die toten Wale müssen jetzt entsorgt werden, bis auf einen, der in einem Naturschutzgebiet gestrandet ist. In den Tieren entwickeln sich giftige Gase, die zuerst herausgelassen werden müssen2. Außerdem sind die Pottwale mit Schwermetallen und anderen Bindungen belastet, deswegen werden sie professionell beseitigt. Dafür werden sie zerlegt, in Container verladen und zur Tierkörperverwertung gebracht. Manche Skelette sollen danach an Museen gehen, zum Beispiel an das Museum auf Wangeroog, wo auch zwei Wale gestrandet sind2.

Wir hoffen, wir konnten hier alles Wichtige nennen!

Vorlage_Bolgunterschrif_links


1. Weiland, M. (2016, 14.01.). Auf Irrwegen. Greenpeace Magazin.Online unter http://www.greenpeace.de/themen/meere/meeressaeuger/auf-irrwegen

2. shz.de. (2016, 16.01.). Abgeschleppt und präpariert: So geht es mit den Walen weiter. Online unter http://www.shz.de/schleswig-holstein/abgeschleppt-und-praepariert-so-geht-es-mit-den-walen-weiter-id12458156.html

3. Neue Presse. (2016, 18.01.). Tierdrama: Wale offenbar verhungert. Online unter http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Niedersachsen/Uebersicht/Tierdrama-Wale-offenbar-verhungert

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Aus aktuellem Anlass: Gestrandet Wale

  1. Pingback: 1/2 Jahr Grünes Element: Rückblick | Grünes Element

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s