Was kann ich für die Umwelt tun?

Letzte Woche habe ich über meine Utopie berichtet. Dabei ist eine berechtigte Frage aufgekommen: Wie soll das denn gehen? Einige Aspekte unserer Zukunftsvision gibt es ja schon: Viele Menschen pflanzen ihr Gemüse selber an, betreiben lokale Geschäfte und kaufen dort ein, in München gibt es sogar schon kostenlose Lastenräder zum Ausleihen. Das zeigt doch, dass wir schon auf dem richtigen Weg sind!
Es gibt aber noch viel mehr Punkte, die erreicht werden sollten. Wie das gehen könnte, versuche ich hier zu beschreiben.

Selber machen

Viele von den Punkten, die ich letzte Woche angesprochen habe, liegen in der Verantwortung von dir selbst. Lokales Gemüse in deinem Garten/Balkon anpflanzen, mit dem Fahrrad durch die Stadt radeln, den Zug für lange Strecken nehmen, weniger konsumieren und mehr reparieren: Das kann dir niemand abnehmen. Es sind aber auch Dinge, die man im Alltag ganz leicht verändern kann, die der Umwelt Gutes tun und dich der Utopie ein gutes Stück näher bringen.
Außerdem hat jeder Mensch irgendwelche besonderen Fähigkeiten, von denen sich viele für den Umweltschutz verwenden lassen. Ich wäre lieber ein Techniker oder Wissenschaftler, der neue umweltfreundliche Technologien entwickelt und in Umlauf bringt, aber ich habe leider absolut kein Talent für sowas. Stattdessen bin ich eben Bloggerin und versuche, die neuen Technologien bekannter zu machen oder Menschen zu motivieren, sie überhaupt erst zu entwickeln. Jeder hat seine bestimmten Talente und kann überlegen, wie er sie am besten einsetzen kann. Was sind deine besonderen Fähigkeiten?

Gruppen bilden

Klar gibt es auch Sachen, die nicht so einfach gehen. Vielleicht fehlt die Motivation, das Wissen oder die Zeit, um größere Veränderungen in die Wege zu leiten. Keiner kann alleine Lastenräder bereitstellen, in großem Stil Lebensmittel retten und verteilen oder die Plastiktüten aus der Stadt verbannen. Gemeinsam mit anderen ist das aber möglich: Alle oben genannten Vorhaben wurden von Gruppen von Bürgern gemeinsam umgesetzt. Wenn du also eine Idee hast, was du in deinem weiteren Umfeld verändern willst, dann such dir Gleichgesinnte. Auch ohne eine konkrete Idee findest du in deiner Umgebung sicher coole Gruppen, die ökologische Ziele verfolgen. Ich überlege zum Beispiel, bei einem Stadtgarten in meiner Umgebung mitzumachen. Auch wenn es am Anfang gar nicht so wirkt, haben engagierte Gruppen große Möglichkeiten und können  ihre direkte Umgebung und die Gesellschaft an sich mitgestalten.

This is it

Ist sie das, die Lösung für den Umweltschutz?

Die Macht der Verbraucher

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Macht, die die Summe der Verbraucher von Wirtschaftsgütern haben. Tatsächlich sind wohl große Konzerne, umweltschädliche Firmen und ihre Lobby der größte Stein auf dem Weg zu einer grünen Welt(wirtschaft). Die Wirtschaft ist sehr wichtig für jeden von uns, da sie Arbeitsplätze und Geld bereitstellt, aber sie beutet gleichzeitig Ressourcen aus. Wo vor allem gewinnorientiert und ohne Verantwortungsbewusstsein gewirtschaftet wird, ist das ein Problem. Hier gilt es, die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen. Denn der Markt ist bestimmt von Angebot und Nachfrage: Wenn sich der Fokus der Nachfrage ändert, muss sich auch Angebot ändern, vielleicht können sogar komplett neue, umweltfreundliche Angebote entstehen.
Dafür ist es wichtig, lokal und saisonal zu kaufen und langlebige, umweltfreundliche  und nachhaltig erzeugte Produkte zu wählen, die keine Schadstoffe enthalten und ressourcenschondend produziert wurden. Das ist ziemlich aufwendig, denn es braucht Zeit, bis man sich über alles informiert,  sein Kaufverhalten umgestellt und  neue Gewohnheiten entwickelt hat, aber jede Kaufenscheidung hat ihr Gewicht – genauso wie jede politische Entscheidung.

Politik

Auf ganz-gesellschaftlicher Ebene wird jede Veränderung über kurz oder lang durch die Politik gehen. Wir leben hier in Deutschland in einer Demokratie – jeder kann mitbestimmen, was im Land vor sich geht. Politische Mitbestimmung geht aber weit über die Bundestagswahlen alle vier Jahre hinaus. Auch Lokal- und Kommunalwahlen sind wichtig, da sie im eigenen Umkreis viel bestimmen. Außerdem kann man zu jedem Belang „seinem“ Vertreter schreiben, Sprechstunden besuchen, Petitionen unterschreiben oder auf Demonstrationen gehen. Manchmal scheint es zwar so, als würde die eigene Stimme nichts ausmachen,  aber trotzdem sollte man seine Meinung sagen und Veränderungen fordern. Wenn genügend das selbe tun, wirkt es, wenn viele Menschen mit der selben Meinung still bleiben, tut sich nichts.

Ganz allgemein gilt: Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt, um anzufangen. Es geht darum, jetzt zu handeln und sich auf den Weg zu seiner persönlichen grünen Utopie zu machen. Auch wenn man sich erst einmal nur mit kleinen Schritten vorwärts bewegt, ist es besser, als stehen zu bleiben. Denn wenn sich viele zusammen auf den Weg machen und zusammenarbeiten, kann sich dann auf einmal doch einiges wandeln. Mit vereinten Kräften und Engagement von jedem von uns ist es möglich, die Vision von einer guten und grünen Zukunft wahr werden zu lassen.

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2 Gedanken zu “Was kann ich für die Umwelt tun?

  1. „Auch wenn man sich erst einmal nur mit kleinen Schritten vorwärts bewegt, ist es besser, als stehen zu bleiben.“ Das ist wohl der wichtigste Satz von allen. Denn wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt tun sich riesige Felder auf, an die man vorher nicht dachte und dass kann einen ziemlich überfordern.
    Wir haben dieses Jahr das erste Mal abseits meines Balkones (was nie gut gelang) auf einem Ackerstück Bio-Gemüse angebaut. Das war toll! Und damit hat es angefangen. Ich habe zufällig gebraucht das Buch „Fast nackt“ für wenige Cent erstanden. Und auch der Inhalt des Buches hat mich immer nachdenklicher gemacht. Und ehe ich es mich versah kaufte ich statt Diskounterfleisch einen Ort weiter in einer Metzgerei die von Haltung über Schlachtung und Verkauf alles selbst macht. Oder ich ertappte mich dabei nach Fair Trade Ware Ausschau zu halten. An vielen Punkten musste ich aber auch einsehen, dass die Veränderungen finanziell für unsere Familie nicht möglich wären, oder wir schlicht und ergreifend diesen Teil Luxus nicht aufgeben wollen. Bei allen Gedanken etwas bewegen zu wollen und zu verändern sollte es meiner Meinung nach nicht zu einem beängenden Pflichtgefühl werden, sondern man sollte vollkommen hinter den „Kleinigkeiten“ stehen, die man unternimmt. Und darauf stolz sein. Denn wie du geschrieben hast, es kommt daran sich auf den Weg zu machen, ein Bewusstsein zu entwickeln und dann gibt es eine Chance, dass sich etwas verändern kann.

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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    • Hallo Jaqueline, du kommst von Ackerzeit, oder? Ich finde euer Ackerprojekt echt toll! Hast du vielleicht eine Email-Adresse für mich, ich hätte nämlich so ein paar Fragen zum Gemüseanbau – auf dem Gebiet bin ich noch gar nicht versiert. (Oder schreib mir gerne unter gruenes.element@web.de – ich würde mich freuen 😉 )
      Super, was du neben diesem Projekt noch alles umsetzt: Wie ich geschrieben habe, geht es ja nicht darum, im Alleingang die Welt zu retten, sonder einfach seinen Teil beizutragen – so gut, wie es halt grade geht. Hut ab für dein Engagement 🙂
      Beste Grüße, Franziska

      Gefällt 1 Person

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