Wie werden wir essen? – Review zum Buch „Harte Kost“

Essen ist ein Thema, das uns jeden Tag beschäftigt. Gerade jetzt vor Weihnachten sogar noch mehr als sonst: Was soll zu Weihnachten auf den Tisch? Fleisch, Geflügel, Fisch, oder doch vegan und vegetarisch?
„Harte Kost“ von Valentin Thurn und Stefan Kreutzberger denkt weiter und fragt: Wie werden wir uns in einigen Jahrzehnten ernähren, wenn es 10 Milliarden Menschen auf der Welt gibt?
Das Buch bietet viele Informationen rund um verschiedene Ernährungskonzepte von riesigen Monokulturen bis  zu Aquaponik in Großstädten und macht Lust, selber neue Wege in der Ernährung zu gehen. Trotz wenig praktischen Tipps gibt es von uns den Daumen hoch!

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Harte Kost haben wir bereits in diesem Beitrag als mögliches Weihnachtsgeschenk empfohlen. Die gesamte Review findest Du hier.

Fakten:

Harte Kost: Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt von Valentin Thurn und Stefan Kreutzberger wurde 2014 im Ludwig Verlag veröffentlicht. Es hat knapp 300 Seiten und beschreibt viele der Begegnungen, die auch im Film 10 Milliarden dargestellt werden.

Inhalt:

In acht Kapiteln geben die Autoren einen guten Überblick über die bisherigen Methoden zur Nahrungsproduktion. Auf der ganzen Welt besuchen sie Plantagen, Felder, Bauern oder Stadtfarmer und schreiben über die Begegnungen. In sehr ausführlichen Infokästen werden diese Texte mit Fakten und Studien zu den jeweiligen Themen ergänzt. Die großen Gegenstände des Buches sind Ernährung und Klimawandel, Saatguthandel und Gentechnik, ausgelaugte Böden und Düngemittel, Verteilungsprobleme, Landraub, Fleischkonsum und Tiernutzung und alternative Erzeugungsmethoden wie Stadtfarmen, No-kill-Meat oder vertikales Gärtnern. Erklärtes Ziel des Buchs ist es, nicht über die einzelnen Methoden zu urteilen, sondern ihre Vor- und Nachteile im gegenseitigen Vergleich zu zeigen.

Unsere Meinung:

Nicht zu urteilen hat dann doch nicht so ganz geklappt, allein die Anordnung und die Schreibweise bei bestimmten Themen der Agrarindustire gibt dann doch eine klare Wertung ab. Bei einigen Aspekten, wie zum Beispiel den Kleinbauern in Afrika, die durch internationale Preisspektulation und große Konzerne in Unsicherheit und Hunger getrieben werden, kann man das aber durchaus nachvollziehen.
Thurn und Kreuzberger kommen  zu dem Schluss, dass die Erde 10 Milliarden Menschen ernähren kann – allerdings nur, wenn das Essen lokal bei den Verbrauchern erzeugt wird. Sie bevorzugen Kleinbauern und gemischten Anbau vor riesigen Monokulturen und möchten jedem seine Nahrung wieder näher bringen.
In diesem Punkt stimme ich den Autoren voll zu. Lokale Produktion von Nahrungsmitteln ist sinnvoll, da effizient und klimafreundlich. Leider gibt es kaum konkrete Tipps, wie man gegen die angesprochenen Probleme vorgehen kann. Aber wegen der interessanten Schreibweise und den lebensnahen Einblicken in das komplette System Agrarwirtschaft bekommt das Buch grade so den Daumen nach oben. Wir würden es als interessante Lektüre auf jeden Fall weiterempfehlen!

Praktische Tipps:

Was haben wir aus diesem Buch gelernt? Theoretisch sehr viel, praktische Tipps gibt es jedoch wenige (genau eine Seite). Die Autoren empfehlen, einen Teil seines Essens selbst zu erzeugen, die Politik zu ökologischerem Handeln zu bringen und vor allem Aufklärung zum Thema Essen zu betreiben. Auch abgesehen davon macht Harte Kost Lust darauf, einen eigenen Gemüsegarten anzulegen, sich nach einer Solidarischen Landwirtschaft in der Gegend umzuschauen und beim Einkauf nicht nur aufs Geld, sondern auf Regionalität und Qualität zu achen.

 

Selbst wer nicht die Möglichkeit hat, sich seine Weihnachtsgans im eigenen Garten zu halten, kann als Konsument einiges bewirken. Gerade Weihnachten könnte ein Anlass sein, um sich einmal wirklich etwas zu gönnen und die Zutaten von regionalen Bauern zu kaufen. Außerdem kann man darüber nachdenken, ob es wirklich Fisch oder Fleisch zum Weihnachtsessen geben muss. Denn über den großen ökologischen Fußabdruck davon schreiben Thurn und Kreutzberger auch sehr viel und kommen zu dem Schluss, dass sich der Fleischkonsum der Weltbevölkerung verringern muss.

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Ein Gedanke zu “Wie werden wir essen? – Review zum Buch „Harte Kost“

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