Essen ist kein Abfall!

Abfall und Zero Waste bezieht sich nicht nur auf Verpackungen und kaputte Gegenstände. Viel zu oft werden auch Lebensmittel zu Abfall. Das ist nicht nur traurig, sondern auch komplett überflüssig.

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Verwenden statt verschwenden – 82 Kilo Nahrungsmittel wirft jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr weg.

Etwa 82 Kilo Essen wirft jeder Deutscher pro Jahr in den Müll1. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das 11 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr, eine Menge, mit der unzählige Menschen ernährt werden könnten (Stand 2012). Über die Hälfte dieses Abfalls fällt in Privathaushalten an2. Nach aktuellen Studien werfen vor allem junge Menschen viel Essbares weg3 . Es liegt also an jedem Einzelnen, etwas zu verändern!

Vor allem Obst und Gemüse landen im Müll4. Auch Backwaren, Fisch und Fleisch sowie fertige Gerichte werden weggeworfen. Doch egal welches Lebensmittel im Müll landet: Alles davon verschwendet Wasser, Energie und andere Ressourcen völlig sinnlos. Außerdem werden durch das Wegwerfen von Nahrungsmitteln gravierende Klimaschäden erzeugt. Die vermeidbaren Lebensmittelabfälle der EU verursachen genausoviel CO2 wie Dänemark in einem Jahr4!

Andererseits gibt es auch positive Aspekte: Etwa zwei Drittel der Lebensmittelabfälle sind vermeidbar. Auch wenn auf der ganzen Produktionskette von Bauern über den Transport, den Groß- und Einzelhandel bis hin zum eigenen Haushalt Nahrungsmittel weggeworfen werden, kann man schon als einzelner Konsument viel bewirken. Über die Hälfte des Mülls ist vermeidbar!

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Besonders frische Lebensmittel werden oft weggeworfen.

Und so kann man als Einzelner Essen retten:

  • Ganz allgemein: Möglichst direkt beim Erzeuger einkaufen.  So gib es weniger Stationen, auf denen etwas verderben oder weggeworfen werden kann.
  • Die Wertschätzung für Nahrungsmittel erhöhen: Möglichst viel selber kochen, vielleicht auch etwas selbst anpflanzen. So lernt man, wo unser Essen herkommt, und wie viel Aufwand es doch macht.
  • Im Laden: Auch mal Obst und Gemüse mit Fehlern kaufen. Wenn man seine Einkäufe gleich aufbraucht, ist die ein oder andere Delle auch nicht schlimm.
  • Kein überflüssiges Essen kaufen, sondern nur so viel, wie man auch verbrauchen kann. Dabei hilft, nicht hungrig einkaufen zu gehen und schon zu Hause einen Einkaufszettel zu machen.
  • Weil Obst und Gemüse am häufigsten weggeworfen werden, lohnt es sich, dafür öfter mal einkaufen zu gehen und das immer frisch zu holen.
  • Zu Hause: Auf das MINDESThaltbarkeitsdatum besser nicht achten! Auch wenn dieses Datum schon überschritten ist, sollte man sich immer auf die eigene Wahrnehmung verlassen, ob etwas noch gut ist oder nicht.
  • Reste von Nahrungsmitteln kann man aufheben und beim kreativen Kochen neu kombinieren, Reste von Gerichten reichen oft noch für die nächste Mittagspause oder lassen sich einfrieren.
  • Wenn doch was übrig bleibt oder zu verderben droht: foodsharing bietet verschiedene Fairteiler an. Dort kann jeder Nahrungsmittel deponieren, die sonst verderben würden. Andere Leute können sie dann dort abholen.

Als letzte kleine Motivation: Wer nichts wegwirft, muss nichts zweimal kaufen und spart Geld!

Ein interessanter Film zu diesem Thema ist „Taste the Waste“ von Valentin Thurn. Der Filmemacher dokumentiert die weltweite Lebensmittelverschwendung und ihre Auswirkungen.

Beste Grüße!
Franziska vom Team Grünes Element
Besonderen Dank heute an Vero für die wunderschönen Fotos! 🙂


  1. Ivo. (2014, 19. Oktober). Warum ist die Verschwendung in Deutschland so hoch? Lebensmittelverschwendung.de. Online am 16.11.2015 abgerufen unter http://www.lebensmittelverschwendung.de/warum-ist-die-verschwendung-deutschland-hoch-290/
  2. Stern. (2012, 13. März). Jeder Deutsche wirft 81 Kilo in den Müll. stern.de. Online am 16.11.2015 abgerufen unter http://www.stern.de/wirtschaft/news/studie-ueber-lebensmittelverschwendung-jeder-deutsche-wirft-81-kilo-in-den-muell-3556418.html
  3. gv-praxis. (2015, 13. November). Lebensmittelverschwendung. http://www.cafe-future.net. Online am 16.11.2015 abgerufen unter http://www.cafe-future.net/gv/aktuell/pages/Lebensmittelverschwendung-Minister-Schmidt-will-Schueler-fuer-Thema-sensibilisieren_34044.html
  4. Verbraucherzentrale. (2015, 22. Oktober). Lebensmittel: Zwischen Wertschätzung und Verschwendung. Online am 16.11.2015 abgerufen unter http://www.verbraucherzentrale.de/lebensmittelverschwendung
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3 Gedanken zu “Essen ist kein Abfall!

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