Let’s get it started – Nr. 2! Der ökologische Fußabdruck

Letzte Woche habe ich mich mit verschiedenen Tests zum CO2-Fußabdruck beschäftigt. Heute probiere ich zwei Tests zum ökologischen Fußabdruck aus. Dabei wird der Verbrauch an Ressourcen auf die Fläche auf der Erde übertragen und in globalen Hektar (gha) gemessen1. Besonders interessiert mich, welche Faktoren den Flächenverbrauch bestimmen, ob diese auch gleichzeitig für den CO2-Ausstoß verantwortlich sind und wie man seinen Flächenverbrauch am besten niedrig hält.

Erkennst du deinen ökologischen Fußabdruck?

Erkennst du deinen ökologischen Fußabdruck?

Der ökologische Fußabdruck gibt die Fläche an, die durch die Ressourcen und die Energie, die unsere Lebensweise verbraucht, „besetzt“ ist. Hierbei geht es also vor allem um Ressourcen1.
Die Obergrenze für den weltweiten Ressourcenverbrauch ist die maximale Biokapazität der Erde. Biokapazität bezeichnet die Fähigkeit einer Fläche, Ressourcen zu produzieren und Abfallprodukte wiederaufzunehmen2. Sie wird durch verschiedene Faktoren abhängig von der jeweiligen Region bestimmt: Zum Beispiel, wie schnell der Boden seine Nährstoffe regeneriert oder wie schnell sich Fischbestände erholen können. Dazu gehört auch, in welchem Umfang CO2 wieder in den Boden oder in das Wasser aufgenommen werden kann. Biokapazität und CO2-Verbrauch hängen in diesem Punkt zusammen. Da die Erde nur begrenzt CO2 aufnehmen kann, verbleibt der Kohlenstoffdioxid, der die Biokapazität übersteigt, in der Atmosphäre und heizt so das Klima auf. Entweder kann man also weniger CO2 ausstoßen, oder die Biokapazität der Erde zumindest minimal erhöhen – zum Beispiel durch das Pflanzen von Bäumen.

Wir brauchen unterschiedliche Arten von Fläche - zum Beispiel Äcker zur Nahrungsmittelerzeugung.

Wir brauchen unterschiedliche Arten von Fläche – zum Beispiel Äcker zur Nahrungsmittelerzeugung.

Im täglichen Leben brauchen wir Flächen und damit Biokapazität vor allem in folgenden Bereichen: Wohnen, Ernährung, Verkehr und Konsum1. Dabei ist letzteres wohl am schwersten nachzuvollziehen.

Den Versuch, das nachzuvollziehen, wagen verschiedene Tests zum ökologischen Fußabdruck. Ich habe zwei ausprobiert: Den Fußabdruck-Test von Brot für die Welt3 und „Passt dein Fuß auf die Erde?“ von der BUND Jugend4.

Beide Tests sind schön gemacht, sie animieren den Verbrauch anschaulich und lassen nicht zu detaillierte Angaben zu, sind aber doch recht genau. Bei beiden gab es die Möglichkeit, die Eingabe nach dem Test zu speichern. Problematisch finde ich allerdings, dass der Brot für die Welt Test mit gha rechnet, der Test vom BUND allerdings mit normalen Hektar (oder es zumindest so bezeichnet). Das erschwert die Vergleichbarkeit.

Für 2010 liegt der durchschnittliche deutsche Fußabdruck nach Angaben von BUND bei 5,09 Hektar, ein fairer Fußabdruck aber nur bei 1,9 Hektar. Damit verbraucht ein Deutscher mehr als doppelt so viel Fläche wie ökologisch verträglich. Wenn alle Menschen unseren Lebensstandard hätten, wären 2,8 Erden nötig, um diesen Lebensstil zu ermöglichen5. Mein Ergebnis bei diesem Test waren 3,57 Hektar, was etwa 1,98 Erden bedeuten würde – also verbrauche ich immer noch doppelt so viel Fläche, wie es bei einem gleichen Lebensstil aller Menschen ökologisch verträglich wäre. Nachdem aber die Menschheit immer noch weiter anwächst, wird die verträgliche Prognose vermutlich immer niedriger werden.

Brot für die Welt rechnet dagegen mit gha. Dabei werden 0,8 gha bereits als Sockel angegeben, der durch Staat und Verwaltungstätigkeiten verbraucht wird3. In 13 Fragen wir dann der eigene Fußabruck errechnet und dazugezählt. Dabei kam ich auf 3,7 gha, also sehr ähnlich wie beim BUND Test. Vielleicht meinen sie da auch gha, sagen es nur nicht?
Die 3,7 gha entsprechen 2,2 Erden, damit bin ich also wieder beim Doppelten des Verträglichen. Leider gibt Brot für die Welt keinen genauen gha-Wert an, der als Verträglichkeitsgrenze gilt. Andere Quellen geben 1,8 gha als verträglichen Wert an1, was ja hinkommen würde.

Der globale Fußabdruck setzt sich laut den Tests aus folgenden Teilen zusammen:

  • Ernährung
  • Mobilität und Reisen
  • Besitz und Konsum
  • Wohnfläche und Heizen

Abgesehen von der konkreten Wohnfläche werden alle diese Faktoren auch bei den CO2-Test abgefragt. Auch hier gibt es also Zusammenhänge zwischen CO2-Ausstoß und globalem Flächenverbrauch. Gleichzeitig können nur relativ unberührte Flächen, wie Wald oder Meer, CO2 aus der Luft wiederaufnehmen und dauerhaft speichern.

So lassen sich vermutlich durch bestimmte Veränderungen sowohl die persönliche CO2- wie auch die Flächen-Bilanz verbessern. Beide Tests bieten am Ende Tipps an, wie man sich ökologischer verhalten kann. Bei Brot für die Welt kann man auch praktische Zwischenstände einsehen, die zeigen, wie man im deutschen Vergleich positioniert ist. Diesen Test habe ich gespeichert und möchte meinen Fortschritt damit verfolgen.

Damit möchte ich mich ab jetzt auseinandersetzen: In welchen großen Bereichen kann und will ich mich in nächster Zeit ökologisch verbessern? Wo geht das am besten gleich in beiden Bereichen: CO2- und flächenmäßig? Was packe ich zuerst an, und wie kann ich das am besten in meinen Alltag integrieren? Und welche Einflussfaktoren haben die Test vielleicht vernachlässigt?

Meinen Plan dafür findet ihr nächsten Dienstag hier 🙂
Bis dahin!
Eure Franziska
Team Grünes Element


  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt. (2008). Der Ökologische Fußabdruck. Online am 22.10.2015 abgerufen unter http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_86_oekologischer_fussabdruck.pdf
  2. Wikipedia. (06. August 2014). Biokapazität. Online am 22.10.2015 abgerufen unter https://de.wikipedia.org/wiki/Biokapazit%C3%A4t
  3. Brot für die Welt. (2015). Dein Ökologischer Fußabdruck. Online am 22.10.2015 abgerufen unter http://www.fussabdruck.de/
  4. BUND Jugend. Passt dein Fuß auf diese Erde? Online am 22.10.2015 abgerufen unter http://footprint-deutschland.de/
  5. BUND Jugend. (2015). Infotext: Passt dein Fuß auf diese Erde? Online am 22.10.2015 abgerufen unter http://bundjugend.de/projekt/oekologischer-fussabdruck-2/
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2 Gedanken zu “Let’s get it started – Nr. 2! Der ökologische Fußabdruck

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