Nachhaltigkeit statt Gewinn: Ein Blick auf die Gemeinwohl-Ökonomie

Nachhaltig leben ist als Einzelperson schwer genug – noch komplizierter wird es für Unternehmen und Institutionen mit zahlreichen Anspruchsgruppen und vielen Baustellen, an denen sie ökologischer handeln könnten. Um Orientierung für alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu bieten, hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie mit der Gemeinwohl-Bilanzierung entwickelt. Wir haben mit dem Münchner Öko-Energieversorger Polarstern gesprochen, die die Gemeinwohl-Ökonomie bereits leben.

Was bedeutet Gemeinwohl-Ökonomie?

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Wirtschaftssystem, das auf  gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist und ein gutes Leben für alle anstrebt. Damit unterscheidet sich die Gemeinwohl-Ökonomie vom Kaptialismus (Ziel: Gewinnmaximierung)  oder dem Sozialismus (Ziel: Freiheit und Gleichheit für alle Bürger), weil mehr Bereiche umfasst werden.

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#Trashtag-Trend: Müll sammeln goes Social Media

Ganze Strände oder der Grünstreifen hinterm Haus: Unter dem Hashtag #trashtag posten Menschen auf der ganzen Welt Vorher-Nachher-Fotos von Gebieten, auf denen sie zum  Umweltschutz Müll gesammelt haben. Die Idee ist nicht neu, schlägt mit dem frischen Social-Media-Aufwind aber große Wellen – und hat durch die virale Verbreitung großes Potential.

trashtag

Wofür steht #trashtag?

Quer über verschiedene Social Media Kanäle ist der Hashtag #trashtag aufgekommen: Menschen machen Fotos von einem vermüllten Ort, säubern ihn und posten das Ergebnis – inklusive vollgepackter Müllsäcke – in einem Vorher-Nachher-Bild. Fertig ist der neue Trend auf Facebook, Instagram und Twitter!
Mit dem #trashtag gibt es endlich mal eine sinnvolle Online-Challenge, die international inspiriert, etwas für die Umwelt zu tun. Einige der eindrucksvollsten Verwandlungen sieht man hier.

Müll in der Natur ist ein großes Umweltproblem

Abfall in der Umwelt ist nicht nur hässlich, sondern auch gefährlich: Wildtiere können sich an Glas und Dosen schneiden, in Plastik verheddern oder ersticken, Vögel fressen häufig Müll und sterben daran.

Im Frühjahr wird das Problem besonders offensichtlich, wenn der Schnee schmilzt und die Bäume und Büsche noch kaum Laub tragen: Dann sieht man, was sich in den vergangen Monaten am Boden und zwischen den Zweigen angesammelt hat. Eher unschön als Frühjahrsstimmung.

Sonntag, Sonne, Sammellaune: Selbst Müll sammeln & der Umwelt helfen

Vor zwei Wochen beim Joggen: An der Stelle, wo die Lärmschutzwand zur Autobahn eine kleine Unterbrechung macht, sammelt sich Müll in den Büschen und im gegenüberliegenden Wäldchen. Das fällt meinem Freund und mir auf. Ein paar Tage später stoße ich im Internet auf die #trashtag-Challenge und wir beschließen: Das können wir auch!

trashtag Ausrüstung

Am nächsten Sonntag Morgen machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein mit Gartenhandschuhen und ein paar Müllbeuteln zu genau dieser Stelle auf. Schon auf dem Weg kommt uns ein Plogger entgegen – das macht gleich gute Laune – und dann geht es rein zwischen diverse Stachelbüsche, Gestrüpp, junge Bäume, den Hang rauf und runter. Teilweise mussten wir uns ganz schön abmühen, aber mit der richtigen Musik aus den mobilen Boxen macht das richtig Spaß. Besondere Highlights: Imagine Dragons mit „We are the face of the future“ und die ältere Dame, die uns gratuliert, wir seien „ja ganz Brave“ 🙂
Besonders fällt auf, dass überwiegend Verpackungen von To-Go-Produkten in dem Wäldchen liegen. Vielleicht der Nähe zur Autobahn geschuldet sind Coffee-to-go-Becher von der Tankstelle, McChicken-Boxen, Capri-Sonne-Dinger und die Plastikhüllen von irgendwelchen Snackriegeln am stärksten vertreten, aber auch Packungen von Wienern, Fertigcroissants, Mascarpone?! – you name it. Dann noch Chipstüten, alte Dosen, Gummibärchentüten und eine Prise Hundekotbeutel. Das alles ist nicht wirklich erfreulich und zeigt, wie schwer die To-Go- und Wegwerf-Mentalität die Umwelt belastet.

Auf dem Heimweg, stolz, ein bisschen zerkratzt, mit vier Mülltüten in der Hand, diskutieren wir genau darüber: Klar ist die nahe Autobahn ein Faktor für viel Müll in diesem Gebiet. Ich mag immer noch nicht daran glauben, dass Leute mutwillig und bewusst Abfall einfach aus dem Autofenster schmeißen. Dabei ist selbst Essen in Boxen mitzunehmen, Leitungswasser in Flaschen abzufüllen und Obst oder Gemüse als Snack einzupacken statt eingetüteten Chips oder Gummibärchen müllfreier, gesünder und günstiger. Naja. Wir wollen nächstens Wochenende auf jeden Fall wieder hin, da weitermachen, wo wir dieses Mal aufgehört haben. Und uns bis zum Sommer bis zu unserer Wohnung zurückarbeiten 🙂

trashtag München

Tipps für deine #trashtag Challenge

Hast du selbst Lust aufs Aufräumen bekommen? Ärgerst du dich schon länger über einen Fleck, der so schön sein könnte, aber der komplett zugemüllt ist? Mit diesen Tipps macht trashtaggen richtig Spaß:

Vorher:

  • Unsicher, ob du genug Zeit hast? Setz dir einen festen Zeitrahmen: Schon in einer Stunde kann man wahnsinnig viel schaffen.
  • Zieh bequeme Schuhe an und Kleidung, die auch dreckig werden darf.
  • Nimm ausreichend Müllbeutel / Eimer mit und packe Handschuhe ein, um dich vor Glasscherben o.ä. zu schützen.
  • Stell sicher, dass du auf öffentlichem Gebiet bist oder die Zustimmung der Eigentümer hast.
  • Du planst etwas Größeres? Im Frühjahr bietet z.B. die Abfallwirtschaft München Unterstützung bei Aufräumaktionen (Ramadama) an.

Währenddessen:

  • An den Müll, fertig, los! Du tust etwas für die Allgemeinheit: Sei stolz darauf 🙂
  • Wir haben viele neugierige Blicke und positive Kommentare von Spaziergänger bekommen. Sprich offen über deine Aktion – das regt zum Nachdenken an.
  • Sei vorsichtig, dass du dich nicht in Gefahr bringst und andere nicht behinderst: Zum Beispiel nahe an stark befahrenen Straßen oder Autobahnen.
  • Wenn du deine Aufräumaktion posten willst: Fotos machen nicht vergessen!

Danach:

  • Entsorge den Müll fachgerecht in Containern oder passenden Abfalleimern. Möglicherweise kann die lokale Abfallwirtschaft helfen.
  • Je nach Ort und Saison: Ggf. auf Zecken checken.
  • Erzähl anderen, was du so am Wochenende gemacht hast – egal ob auf Social Media oder im echten Leben. Und danke für deinen Einsatz für die Umwelt!

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Konsumfasten: 7 Wochen nichts mehr kaufen

Die 40 Tagen vor Ostern sind dem Verzicht gewidmet: In der Fastenzeit schränken sich viele Menschen aus den verschiedensten Gründen unterschiedlich ein. Dieses Jahr möchte ich versuchen, sieben Wochen ohne privaten Konsum zu leben.

Boutique Shopping

Zu viel Konsum ist ein massives Problem für den Planeten und die Umwelt. Es werden deutlich mehr Ressourcen verbraucht, als nachhaltig wieder erzeugt werden können. Langfristig ist dieser Lebensstil nicht haltbar, das zeigt zum Beispiel der World Overshot Day jedes Jahr wieder auf sehr eindrucksvolle Weise.

Zu viel nehmen wir als selbstverständlich wahr

Und Fasten muss nichts mit dem Glauben zu tun haben: Viele Menschen nutzen diese 7 Wochen, um sich, ihren Mitmenschen oder ihrer Umwelt etwas Gutes zu tun. Der freiwillige Verzicht kann außerdem helfen, den Frühling, das Fest zu Ostern und das Wiedererwachen der Natur viel bewusster wahrzunehmen und Dankbarkeit zu entwickeln dafür, wie gut es uns eigentlich geht und wie viel wir als selbstverständlich annehmen.

Deshalb möchte ich meine Fastenzeit 2019 versuchen, nachhaltiger zu leben, weniger zu konsumieren und meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Einige Monate nach den Neujahrsvorsätzen (was waren die gleich nochmal?) finde ich die Fastenzeit einen guten Anreiz, sich noch einmal Gedanken darüber zu machen, was mich wirklich glücklich macht und was ich eigentlich brauche – und was nicht. Außerdem ist der begrenzte Zeitraum eine gute Möglichkeit, testweise Dinge auszuprobieren und sich selbst auch mal zu überwinden – immerhin sind es nur 40 Tage (plus Sonntage), das kann man schon mal durchhalten (habe ich letztes Jahr nicht – neuer Versuch!). Zu Ostern hat man dann hoffentlich viel gelernt und Gewohnheiten entwickelt, die im Alltag weiter Anwendung finden.

Wie funktioniert Konsumfasten?

Letzten Endes muss jeder für sich entscheiden, auf was er verzichten kann und möchte – nur wenn so ein Verzicht ertragbar ist, einen Sinn hat und mindestens ein kleines bisschen Spaß macht, funktioniert er auch langfristig.

Klar könnte man von Waschmittel bis wiederverwendbarem Klopapier alles selbst herstellen, aber das wäre mir ehrlich gesagt einfach zu viel. Zum einen zu viel Aufwand (die Masterarbeit steht vor der Tür! :D) und zum anderen zu wenig Komfort. Deshalb habe ich für mich beschlossen:

Ich verzichte auf den Kauf von: Klamotten, Büchern, Schreibwaren, Technik, Gadgets, Luxusartikeln wie Gesichtsmasken etc.
Ich verzichte nicht auf: Essen (!), Shampoo, Klopapier, etc.
Ausnahmen sind: Der Second Hand für Frauenkleider, der Bücherflohmarkt in meiner Nachbarpfarrei & der DAV-Alpinflohmarkt (… ja, ich weiß, Vorsätze machen und dann gleich wieder Ausnahmen festlegen… aber die Fastenzeit fällt halt wirklich blöd über die Frühjahrs-Basar-Saison, und bevor ich mir die Sachen dann nachher neu kaufe, mache ich lieber Ausnahmen und besorge mir Sachen, die ich brauche, nachhaltig und gebraucht)

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Verzicht auf privaten Konsum: Ziele und Wünsche

Von meinem Konsum-Fasten-Experiment erhoffe ich mir vor allem drei Dinge:

  • Ökologischen Fußabdruck verkleinern & zum Umweltschutz beitragen
  • Geld sparen
  • minimalistischer leben / in der Wohnung ausmisten

Wenn dabei noch mehr rauskommt, super, aber allein wenn ich diese Ziele beim Fasten 2019 erreiche, bin ich schon echt happy 🙂 Es gibt aber auch ein paar Hürden, abgesehen von den ganzen Second-Hand-Events in München: Meinen Geburtstag mitten in der Fastenzeit, zu dem ich eigentlich ein neues Kleid kaufen wollte. Meine Feuchtigkeits-Creme-Dusche, die fast leer ist – aber hey, Luxusobjekt, muss wohl jetzt anders gehen. Das eine Buch, dass ich schon ewig lesen wollte, aber jetzt nicht noch schnell vorher bestellt habe (und dass es nicht in der Bibliothek gibt…) Und… bestimmt noch einiges mehr. Ich bin mal gespannt, was die Fastenzeit 2019 mit dem Verzicht auf Konsum noch so mit sich bringt!

Andere Möglichkeiten für umweltfreundliches fasten

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Umweltschutz durch Ausleihen: Stadtbibliothek Laim wieder geöffnet

Leihen statt kaufen ist eine althergebrachte Maxime des Umweltschutz. Eine zentrale Anlaufstelle für Medien zum Ausleihen ist die Stadtteilbibliothek in Laim. Seit heute ist sie wieder geöffnet – mit dichtem Dach und neuen IT-Arbeitsplätzen, die einen weiteren Schritt hin zur Sharing Economy darstellen.

Stadtbibliothek Zech Fetzer

Frau Fetzer und Frau Zech im Garten der neu renovierten Stadtbibliothek Laim.

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Backpacking – Meine Not-To-Pack-Liste

Vielleicht merkt man, dass mich das Thema Besitz bzw. nicht besitzen gerade beschäftigt… Fazit: Man braucht lange nicht alles, von dem man denkt, das man es braucht.

Im Zuge meiner Aufräum-Aktion anlässlich des Umzugs bin ich auf meine Packliste für meine dreimonatige Backpacking-Tour durch Neuseeland gestoßen. Die Geschichte ging ja so: Mein Partner und ich waren noch ganz unschlüssig, wie wir durch Neuseeland reisen wollten. Nachdem uns bei einer Outdoor-Filmnacht „Pedal the World“, eine Self-Made-Doku über eine Weltumrundung per Fahrrad, inspiriert hat, haben wir die Idee „Mit dem Rad durch Neuseeland“ immer wieder erwogen und wieder verworfen. Also sind wir mit ganz normalem Gepäck ans andere Ende der Welt geflogen – und haben uns dort in zwei Fahrräder inklusive Satteltaschen verliebt. 48 Stunden später hatten mich die Hügel der Northlands und die überpackten Räder körperlich wie moralisch (fast) zur Kapitulation gebracht. Weitergeradelt mit mindestens 20 kg Gepäck pro Person sind wir trotzdem. Erst als uns drei Wochen später einer unser Gastgeber, selbst erfahrener Tourenradler, soooo ausgelacht hat wegen unserem Gepäck – und der Tatsache, dass wir für die anstehende Wandertour noch wärmere Klamotten kaufen mussten – haben wir entschieden, dass es einfach zu viel ist.

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